• Leicht war das nicht…

    Am 1. März 2020 sind es 36 Jahre. So lange lebt Herr W. nun schon in seiner Wohnung. Herr W. hat ein gutes Zahlengedächtnis; Jahreszahlen von Ereignissen, die für ihn von Bedeutung sind, hat er schnell parat. Oft sogar ein genaues Datum. 1992 hat er einen Anruf bekommen – von einem Mann, den er nicht kannte: „Guten Tag, ich habe ihre Wohnung gekauft“, hat er gesagt, und Herr W. war wenig begeistert. „Warum denn ausgerechnet meine?“, hat er sich gefragt. …

  • Life with Pronka & Meike

    Mindestens einmal in der Woche reitet Sifra mit Meike aus, am liebsten am Strand oder im Wald. „Wenn ich mit Meike am Strand reite, dann wird alles andere unwichtig; es gibt nur sie und mich. Für einen Moment kann ich alles vergessen.“ Meike ist das Pferd von Sifras Tante, die ganz in ihrer Nähe wohnt und sich hauptsächlich um Meike kümmert. Denn Sifra reitet und pflegt noch ein anderes Pferd; Pronka, ein niederländisches Warmblut, mit der sie Dressurreiten lernt. Sifra ist 16 und geht noch zur Schule. Sie überlegt Sport zu studieren oder  …

  • Dem Nebel nach

    Der Tag beginnt dämmrig und er bleibt es auch. Irgendwann zieht sogar Nebel heran. Oder fällt er herab? Heißt es nicht „der Morgennebel steigt auf“? Aus welcher Richtung aber kommt der Mittagsnebel? Lauter so Fragen, und das in meinem Alter. Das müsste ich doch wirklich alles längst wissen, denke ich. …

  • Dirk-Pieter am Strand

    Mindestens einmal pro Woche versucht Dirk-Pieter mit seinem Metall-Detektor am Strand spazieren zu gehen. Er liebt die frische Luft, das Meer, das Laufen und er freut sich wenn er etwas findet. Mit den Kopfhörern bekommt er akkustische Signale; brummt es tief liegt vermutlich ein Flaschendeckel im Sand vergraben. Ist er rostig brummt es sogar noch etwas tiefer. 40 verschiedene Bierflaschendeckel hat er bereits gesammelt. Am Strand herrscht Vielfalt.  …

  • Weiter gehts

    Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung wie das jetzt hier weitergeht. Der lang gewünschte Blogumzug ist endlich geschafft, aber es rumpelt noch an einigen Stellen. Kleinere Anpassungen, die Gestaltung und Anwenderfreundlichkeit betreffen, stehen noch aus (Anregungen nehme ich gerne entgegen).  Aber eigentlich ist das alles nicht besonders wesentlich. Wird schon werden. Deswegen fange ich jetzt einfach mal an. Ich habe keine Prognose parat was, wie oft und wie strukturiert ich schreiben werde. Lange dachte ich das wäre nötig. Ich dachte das so  …

  • Karneval im Planquadrat

    Ich mache mal nicht viele Worte: es folgen Fotos meines traditionellen Spaziergangs durch die Weiberfastnacht. Erstaunliche 18 km bin ich gelaufen, dabei sind viele der Fotos im Planquadrat rund um den Eigelstein entstanden. Keine Ahnung wie das kommt – Fußfaulheit und mangelnder Wille ist jedenfalls nicht der Grund. Gleich zu Beginn meiner Wanderung bin ich einer wunderschönen Version von Frieda Kahlo begegnet. Das war ein schöner Start und es ging prima weiter. Wie so oft in den letzten Jahren hatte ich Glück und die Ahl Säu haben  …

  • Liebe Leute…

    …ich, die sich im Entscheiden so schwer tut, die wankelmütigste Zaudererin (sagt man so?) unter der Sonne, überlege ob, nein, dass ich meinen Blog umbenennen möchte. …

  • Neulich vor zwei Jahren

    Aus der Reihe „Was ich schon längst mal machen wollte“ habe ich nun tatsächlich eine kleine Auswahl meiner Südafrika-Fotos von vor zwei Jahren zusammengestellt. Zeitnah berichten? Kann ich. Nein, gut, ich geb' es zu. Ich kann es nicht. Mir fehlt die Zeit, die Kraft, die Muße, der Wille - oder alles zusammen, ich weiß es doch auch nicht. …

  • Blumen der Liebe

    Heute durfte Deniz Yücel das Gefängnis verlassen. Überall lese und höre ich, dass er frei ist. Ist das so? Hier ist zu lesen, dass ein Gericht Anklage zulässt und der Staatsanwalt 18 Jahr Haft fordert. Frei, das klingt so gerecht. Es wäre schön, wenn es so wäre. Was es mit der Petersilie und der Colaflasche auf sich hat, steht hier beschrieben. Für Deniz Yücel und seine Frau Dilek sind es Blumen der Liebe. Mich rührt das sehr. Alles. …

  • 50 Kilometer Karneval

    Eins steht fest: in meinem Karneval wird viel gelaufen. In diesem Jahr ca. 50 km in 4 Tagen. In meinem Karneval wird auch viel fotografiert. Nun frage ich mich allerdings: darf man am Tag nach Aschermittwoch eigentlich noch Karnevalsbilder posten? Oder verstößt das gegen die guten Sitten und das kölsche Grundgesetz? Nun, ich bin spät dran – was vor allem daran liegt, dass ich zwei lange, laute, kalte und bunte Tage im Kundenauftrag sehr, sehr viele Fotos gemacht habe, die dann natürlich ganz flott fertig gemacht und verschickt werden  …

  • Merhaba, benim adım Smilla – Begegnungen in Istanbul

    Zum fünften Mal war ich nun in Istanbul. Viele Gedanken habe ich mir vor dieser Reise gemacht: Soll, kann, darf ich das tun? In ein Land reisen, das sich im Ausnahmezustand befindet, in dem Journalisten und Oppositionelle im Gefängnis sitzen. Ein Land, in dem man auch als Besucher keine kritische Meinung zum politischen Geschehen äußern sollte. Wo man nicht den falschen Leuten die falschen Fragen stellen sollte. Ich bin diesbezüglich nicht sehr mutig und bestimmt kein Draufgänger. Nach Istanbul zu reisen ist für mich, wie eine Freundschaft  …

  • 13 Fotos aus Istanbul

    Heute ohne viele Worte: dreizehn Fotos aus Istanbul. Die Anzahl ist – aus Spielerei – ans Datum angepasst: heute ist der 13.  Ich habe Geburtstag, den in Istanbul zu verbringen mein Herzenswunsch war.  Nun zieht es mich zum Tee an den Bosporus… Seit 10 Tagen bin ich hier, unzählige Fotos habe ich gemacht, vielen Menschen bin ich begegnet, zum ersten, zum wiederholten, zum einzigen Mal… Vor langem schon hab ich mein Herz an Istanbul verloren. Jedes Mal wenn ich hier bin haben sich in der Zwischenzeit Dinge verändert.  …

  • Von Ceren lernen

    „I try to be an artist“, sagt Ceren über sich. Sie lebt in Kadiköy, einem Stadtteil auf der asiatischen Seite Istanbuls. Ich treffe sie im Garda Café, einer meiner in ganz Istanbul verstreuten Plätze, die ich immer wieder besuche, weil es in der großen Stadt manchmal gut tut, wiedererkannt und begrüßt zu werden. Ceren will eigentlich gerade wieder gehen, sie kam nur kurz hereingewirbelt, hat hier jemanden begrüßt, da jemanden umarmt, sich für ein leises Gespräch zu einem Freund an den Tisch gesetzt: sie ist hier zuhause. Ceren erklärt mir,  …

  • 50 ccm, 3l Vernel-Tank

    Zuerst sehe ich das Moped; es steht an der Küstenpromenade in Arnavutköy und sieht aus wie ein umgebautes Bonanza-Fahrrad. Chopper-Lenker, Doppelspiegel, Fransen-Pompons, chices blaues Täschchen, aus dem irgendein Werkzeug hervorguckt. Ich mache ein Foto und sehe mich um, wem das tolle Gefährt wohl gehören mag. Da kommt Orhan auch schon herbei gelaufen, macht Zeichen, dass es seins ist und lädt mich ein, mich mal drauf zu setzen. Mir fehlt die Abenteuerlust, aber ich bitte ihn ein paar Fotos machen zu dürfen. Sofort wirft sich Orhan in  …

  • Alle Farben

    Aycan ist auf der Istiklâl Caddesi unterwegs – der größten Einkaufsstrasse in Beyoğlu – um neue Mitglieder für Greenpeace zu werben. Sie ist 20 Jahre alt und studiert Politik an der Universität Istanbul. Unterhalten können wir uns nicht: mein dürftiges Türkisch lässt nicht im Ansatz ein wirkliches Gespräch zu, und Aycan spricht kein Englisch. Und trotzdem sind es diese Begegnungen mit Menschen, die mir Istanbul immer wieder aufs Neue erschließen; ob nun mit vielen oder wenigen Worten. Manchmal denke ich, die Unmöglichkeit  …

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