Das sind die Füße von Mehmet und Fatih aus Istanbul. Ihre Gesichter möchten sie nicht zeigen und auch ihren vollständigen Namen nicht nennen, denn sie haben Angst vor Konsequenzen. Eigentlich haben sie Angst vor Tayyip Erdogan, ihrem Staatsoberhaupt. Fatih (rechts) formuliert das sehr deutlich: Erdogan habe gesagt, er werde seine Gegner finden, z.B. bei Facebook, und sie würden bekommen, was sie verdient hätten.Mehmet und Fatih sind weder kriminell noch haben sie ein Unrecht begangen. Sie machen auch nicht den Eindruck, als wären sie …
-
-
Amewushika
Als die Politik noch in Bonn gemacht wurde, war Shika als Übersetzerin tätig. Für verschiedene Botschaften hat sie Texte vom deutschen ins englische und umgekehrt übersetzt. Mit dem Umzug des Bundestages, der verschiedenen Behörden und auch der Botschaften nach Berlin fand Shika sich vor die Frage gestellt, ob sie ihrer Arbeit hinterherziehen soll. Aber sie wollte nicht. Shika ist die Kurzform des ghanaischen Vornamens Amewushika und der Name hat eine Bedeutung: „Ein Mensch ist wertvoller als Geld oder Gold,“ sagt Shika. „Oder anders: …
-
”1913 – Tanz auf dem Vulkan“
Christoph, Nadja und Lukas von Broadview TV Irgendwo im All schwebt in der Raumsonde Voyager eine goldene Schallplatte umher. Darauf verewigt sind Bild- und Ton-Botschaften aus unserer Welt an mögliche andere Welten in den unendlichen Weiten des Universums. Die darauf verewigten Fotos, Geräusche und Musikstücke sind gedacht als ”… eine Probe unserer Klänge, unserer Wissenschaft, unserer Bilder, unserer Musik, unserer Gedanken und unserer Gefühle …“, wie Jimmy Carter es in seinem, der Platte ebenfalls beigefügten Einleitungstext …
-
So arbeite ich
Isabella Donnerhall hat damit angefangen, und das Nuf hat nun auch mich geladen; es soll anhand von Fragen die Frage geklärt werden, wie andere so vorgehen beim bloggen. Ein paar der schönsten, bereits gelieferten Antworten finden sich hier bei der Initiatorin.Hier nun also mein Beitrag: Weiter geht’s, bitte hier entlang… Bloggerinnen-Typ: Immer mit eigenem Foto, in der Regel von anderen Menschen. Heute Schubkarren. Die möchten schließlich auch mal beachtet werden. Gerätschaften digital: Gerätschaften analog: Arbeitsweise: …
-
Auf den Kopf gestellt
Es mag jetzt überraschend kommen, aber:Hurra, mein Portfolio ist online! Ich freue mich über zahlreichen Besuch, über Feedback und jede Weiterempfehlung.Ich selbst empfehle an dieser Stelle meinen geduldigen und fabelhaften Webmeister Nielz von 1punkt0. Ein paar Worte zum persönlichen Hintergrund niederzuschreiben, das gönne ich mir an diesem für mich sehr besonderen Tag. Weiter geht’s, bitte hier entlang … It may occur surprisingly, but:Woohooo, my portfolio is online. I appreciate very much if you all visit my …
-
„Was Gutes wird passier`n …“
„Wenn du lebst und lebst und lebst und lebst und lebst und lebst und lebst…“ singt Bosse in „So oder So“. Das ist das Lied, das Lisa gerade hört. Aber die Zeilen scheinen sie auch ganz gut zu beschreiben. Lisa hat was atemloses, sie sprudelt von hier nach da, reißt eine Geschichte an, aus der sich direkt die nächste ergibt, die eigentlich erklärend zu erzählen wäre, und auch bei der öffnet sich spürbar ein eigenes Kapitel, das am Ende mit allem anderen verwoben ist. Und so unterbricht sie sich selbst, lacht mit nach untem …
-
Birken, allerorten
Es wohnen offenbar allerhand Angebetete in meiner Nachbarschhaft, um deren Herz geworben und denen Gunst bewiesen wird. Bunt flattern allerorten die Bänder im Wind. Mal sind es viele, mal nur sehr wenige oder mal weht gar nur ein einzelnes Band verloren am dürstenden Grünstengel.Egal, mir macht sie Freude, die kreppbandgewordene Sehnsucht, die mutig demonstrierte Bereitschaft, sein Herz zu verschenken, die heimliche, nächtliche Geschäftigkeit der liebeskranken Birkenträger. Obviously there are quite some much courted women living …
-
Dorfjunge
Mit 16 war Robin auf seiner ersten Techno-Party. Das kam eigentlich fast nebenbei; zuerst war er in der Philharmonie, weil dort im Rahmen der c/o Pop ein Konzert stattfand. Danach hat ihn ein Freund mit zu der Party genommen. Für Robin war das ein magischer Moment; alles war neu und anders und nie gekannt: „Ich hab da die Musik in den Füßen, im Boden gespürt…“ sagt Robin. Er sieht mich an und sucht nach Worten und gerade das lässt mich verstehen. Durch den Boden und die Füße hat sie ihn erobert, die Musik. Der …
-
Integriert, nicht assimiliert
Ahijah hat zwei Afrika-Ketten; die erste hat er sich gekauft, als er in Kongo war, wo der Ursprung seiner Familie liegt. In Köln hat er irgendwann diese rote Kette entdeckt. Sie ist noch größer als die andere und rot, und das gefiel ihm. Ahijah hängt an Afrika und er ist stolz auf seine Herkunft. Das will er mit der Kette zeigen.„Eigentlich hänge ich zwischen zwei Kulturen. Ich selbst bin in Köln geboren, aber ich will meine Herkunft nicht vergessen. Man soll seine Vergangenheit nicht einfach so ablegen.“ Davon ist Ahijah …
-
Ein guter Ort…
…ist das Cafè Franck in Köln-Ehrenfeld. Seit fast 10 Jahren wird es mit viel Liebe zum Detail, einer verhängnisvollen Auswahl an leckerstem Kuchen und einer bemerkenswerten Mischung aus Nostalgie und Moderne von den beiden Inhabern Daniel und Anette geführt, die ausführlich hier vorzustellen schon lange mein heimlicher Plan ist.Genau genommen gibt es das Café Franck inzwischen seit 75 Jahren; 1938 wurde die Konditorei von Susie Franck und ihrem Mann eröffnet. There is a great place in Cologne-Ehrenfeld, my home-district: …
-
Einfach mal gar nichts tun
„Was habe ich vom Leben gelernt? Da kann ich gar keine endgültige Antwort drauf geben. Ich kann sagen, ich habe viel kennengelernt.. Ich war immer sehr interessiert, ich habe viel ausprobiert. Ich habe viel gemacht, bin gereist, ich war immer sehr offen. Aber dass ich nun an einem Punkt wäre, an dem ich sagen kann: das habe ich vom Leben gelernt, das ist nicht so. Ich bin ja noch nicht fertig und ich mache auch heute noch Fehler. Ich bin sehr gerne alleine, das war schon immer so. Und ich bin die Königin des Nichts-Tuns. Ich kann sehr …
-
Geschäftsgeburtstag
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich Diane und ihre Le Pop Lingerie hier vorgestellt. Damals war ihr Laden, in dem sie ein wohlgewähltes Sortiment an Wäsche, Sexspielzeug und anderen Waren zur sinnlichen Verwendung für die interessierte Kundschaft bereithält, gerade 2 Monate alt. Der erste Geburtstag ihrer Dessous-gewordenen Selbstständigkeit ist im Februar ausgerechnet auf den Rosenmontag gefallen; in Köln ein konkurrenzloser Gegner für Veranstaltungen jeder Art. Und so hat Diane einfach nur mit einer Freundin, Sekt und Musik den …
-
Zeichensätze
Kommunikation ist nicht allein Sprechen, auch wenn Worte im günstigsten Falle eine reibungslose Übermittlung von Informationen zwischen zwei oder mehreren Menschen ermöglichen. Wie bedeutsam der nonverbale Teil einer Unterhaltung ist, wie verwirrend vielleicht, oder wie entschleunigend beim „sich ein Bild vom anderen machen“, das ruft mir mein Treffen mit Mohamed ungewöhnlich deutlich ins Bewusstsein. Wir haben uns zu einem Spaziergang verabredet und ich bitte ihn vage, ein wenig aus seinem Leben zu …
-
Am Wegesrand der Arbeit
„Allein … es ist die Zeit, die fehlt.“ würde ich antworten, wenn mich denn jemand fragen würde, wie es kommt, dass ich viel fotografiere und doch hier so wenig davon zu sehen ist. Mich fragt zwar gar keiner, aber vielleicht fragt sich ja der eine oder die andere, die immer mal vorbei streunert und nie Neues sieht in den letzten langen Tagen. Es ist nicht nur die Zeit, es ist auch die Ruhe, die fehlt. Zum schreiben ist Ruhe für mich essentiell und so warten allerlei Fotos auf ihre Texte.Am Wegesrand meiner Arbeit sind die …
-
Fragen und Antworten
„So steh ich oft da.“ kommentiert Anja sich selbst, während ich sie fotografiere. Sie steht ganz gerade und mit leichter Körperspannung, das Gewicht auf beiden Füßen. Fast reckt sie sich insgesamt ein wenig nach oben. Dabei wippt sie ganz leicht auf und ab. Ich frage, was sie mit dieser Körperhaltung verbindet: Anja erzählt, dass ihr diese Art zu stehen ganz vertraut ist und dass sie schon so stand, als sie noch jung war. Nun ist Anja ja immer noch jung. ‚Also meint sie wohl ganz jung‘, denke ich und frage …














