• Das Richtige im Falschen

    Vor genau 2 Monaten, an einem Freitag den 13., habe ich Isli in Istanbul foto­grafiert. Sie studiert das Falsche, wie sie sagt: „Betriebswirtschaft“ und arbeitet, auch das sagt sie,  das Richtige: Isli ver­kauft in einem kleinen Laden in Istanbul neue Kleider in altem Gewand, moderne Retromode. Sie studiert schon ziemlich lange ohne rechte Freude so herum, hat sich aber fest vorgenommen ihr Studium auf jeden Fall zu Ende zu bringen. Was sie danach tun will? Isli träumt davon einen eigenen Laden zu eröffnen, mit Kleidung  …

  • Vintage passion

    Eigentlich müsste ja Sharon (unten) diese Fotoserie eröffnen, die ich bei der Vintage Fair an meinem letzten vorletzten Tag in Brighton gemacht habe. Denn sie hat, gemeinsam mit ihrer Mutter Gloria, hier so mancher Vintage-Sachensucherin die pas­sende Frisur kunstvoll auf den Kopf geföhnt und auch noch gleich ein zeitgemäßes Make-up aufgelegt. Die Dame oben, deren Name mir bedauer­licherweise entfallen ist, hat mit Vintage eigentlich nicht viel am Hut. Sie ist aber trotzdem mal vorbeigekommen und hat sich spontan aus lauter Spaß an der  …

  • Rob the dog

    „Man könnte mir alle meine Sachen steh­len, den Laden niederbrennen, das wäre mir egal. Aber wer meinen Kindern etwas antäte, den würde ich jagen. Von dieser Welt in die nächste und immer weiter. Meine Kinder sind der Grund warum ich morgens gerne aufwache, sie sind das Wichtige in meinem Leben.“Das sagt Anton, und natürlich sagt er es  nicht gleich zu Beginn unseres Gesprächs. Er sagt es aber auf so eindrückliche und entschiedene Weise, während seine Arme in die Richtung der imaginären Welten zei­gen, in die ihn die  …

  • Time Machine

    Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von bandcamp.com zu laden. Inhalt laden CoCo and the Butterfields sind Musiker aus Canterbury und der Zufall stellt seinen Sinn für stimmige Fotohintergründe unter Be­weis, indem er mich ausgerechnet an der Volks Electric Railway auf James treffen lässt. Seit 1883 pendelt die Bahn gemäch­lich zwischen dem Brighton Pier und dem Segelhafen hin und her und James hätte in seiner Kleidung damals vermutlich weniger Aufmerksamkeit erweckt als heute. James spielt Banjo und während er ver­sucht mir  …

  • Dungarees

    Andy ist 68 Jahre alt und seit 1968 lebt er in Brighton. Er ist der Vorsitzende und gleichzeitig der Projektmanager des Fishing Museum, und in seinen Worten klingt das so: „I’m a Volunteer.“ Andy engagiert sich für die Gemeinde in der er lebt; das hat er schon immer getan, einfach weil er es wichtig findet. Er hat einen Lebenslauf, von dem er selbst sagt, dass der heute so nicht mehr möglich wäre: „Ich gehöre zu einer gesegneten Generation.“Angefangen hat er als Werkzeugmacher in London: „Ich habe ein  …

  • Neulich in Istanbul…

    …bin ich reichlich durch die Stadt gebum­melt und hab dabei so einiges gesehen. Viele Bilder und Portraits von Atatürk zum Beispiel, meistens gerahmte Werke, die augenscheinlich schon lange die Wände zieren, an denen sie hängen. Im Basar­viertel besteht die Möglichkeit durch den Erwerb und das anschließende Tragen einer Bildnis-Krawatte Mustafa Kemal Atatürk, der als „Vater der Türken“ gilt, wieder ein wenig herum kommen zu lassen, ihn quasi auf einen Stadtspaziergang durchs das heu­tige Istanbul mitzunehmen. Zu einem  …

  • Zu Besuch bei Ramazan

    Während meiner Woche in Istanbul habe ich einen der wenigen Sonnentage genutzt und bin mit der Fähre nach Büyukada zu Ramazan gefahren, den ich bei meinem letzten Aufenthalt dort getroffen hatte. Verabredet waren wir natürlich nicht, aber es war leicht ihn zu finden und auch das Glück war mir hold: nachdem seine Pferdekutschkollegen mehrmals seinen Na­men über den Platz gebrüllt haben kam er schließlich aus der unübersichtlichen Men­ge der Faytons, wie die Kutschen hier heißen, hervor. Wir haben uns beide gefreut und gemein­sam an einem  …

  • Istanbul Vintage

    Es ist soweit: die zweite Ausgabe des noch jungen sisterMag ist online. Thea und Toni, die beiden Herausgeberinnen, präsentieren nach ziemlich genau 10 Wochen erneut ein umfangreiches Heft, das man nun in aller Ruhe durchblättern kann. Und ich freue mich, dass ich an dieser Ausgabe mitwirken durfte.  The time has come; the second issue of sisterMag is online. Thea and Toni, the editors, are again presenting – after quite accurately 10 weeks –  a considerable ma­gazine, and you know may take your time to flip through  …

  • Teddy Boy

    Im Hintergrund der 2003 abgebrannte West Pier Peter ist 77 Jahre alt und genau wie Runa ein echter Brightonian. Über 30 Jahre lang hat er in den Bögen der Strandpromenade verschiedene Fish and Chips Buden und Cafes betrieben. Heute ist er nur noch Teil­haber aber trotzdem fast täglich vor Ort. Er ist hier zuhause: „Und mein Sohn hat hier sein Cafe.“ sagt Peter und zeigt gleich neben seine Fish und Chips Bude.Als Peter 10 Jahre alt war, war gerade der Krieg vorbei. Sein Vater war Erfinder, oder auch Erneuerer – jedenfalls  …

  • The pirate in me

    North Laine ist ein buntes und sehr leben­diges Viertel von Brighton, das nicht unwe­sentlich zum Zweitnamen London-by-the­sea beitragen dürfte. Hier treffe ich Runa, der es gelingt inmitten all derer, die sich von phantasievoll über eigenwillig bis re­tro-klassisch, und auf jeden Fall immer se­henswert, auszustaffieren verstehen, noch deutlich aufzufallen. Darum geht es ihr aller­dings gar nicht, wie sie mir erklärt: „Ich überlege morgens einfach, wie mir so zumute ist, und dann ziehe ich mich an, wie es mir gefällt.“Runa  …

  • Edwardians

    Als Nick 32 Jahre alt war ist ihm auf­gefallen, dass er sich sein ganzes Leben lang mehr oder weniger gleich angezogen hat: „Baggy Jeans und T-shirts.“ Dieser plötzlich ins Blickfeld gerückte Umstand hat ihm nicht behagt und so dachte er bei sich, es wäre an der Zeit etwas zu ver­ändern. Aber alles was er in den Geschäf­ten an aktueller Männermode vorgefunden hat entsprach nicht recht seinem Ge­schmack: „Mir hat davon wirklich gar nichts gefallen.“ Also hat er seine Suche etwas ausgedehnt und schließlich eine  …

  • Menschen am Strand

    Nicht der pure Müßiggang ist meine Haupt­beschäftigung in Brighton, wenn es auch ein leichtes wäre eben jenem hier aus­giebig zu frönen. Nein, ich habe im Gegen­teil sogar ein recht strammes Programm das meine Tage füllt. Am Wegesrand, der ungezählte, zu Fuß zurückgelegte Kilome­ter umfasst, habe ich das Glück den einen oder anderen Menschen zu treffen, den ich hier im Blog in naher Zukunft vorzustellen gedenke. Jede sich mir bietende Möglich­keit nutze ich ans Meer zu gehen, dass sich bei beständig wechselnden Wetter von immer neuen  …

  • Brighton im Regen

    In aller Frühe habe ich mich heute morgen auf den Weg gemacht um nur ja rechtzeitig zum Einsetzen eines sehr ehrgeizigen Dau­erregens in Brighton einzutreffen. Völlig entspannt und unbekümmert hat sich die kleine Stadt am Meer nicht die geringste Mühe gegeben, sich von ihrer besten Seite zu zeigen und hat dennoch mein wind­geprüftes Herz im Regensturm erobert. Nun ist es so, dass Seewetter, um es mal romantisch auszudrücken, ohnehin die Türen der Lebensfreude in mir aufzu­drücken imstande ist. Ob sich ebenjene Türen auch bei den hiesigen  …

  • Next Stop Brighton

    Kaum aus Istanbul zurück packe ich nach einer Heimatwoche langsam schon wieder meinen Koffer. Wieder fliege ich übers Wasser hinweg; diesmal auf eine Insel. Mein Ziel ist das Seebad Brighton, dass nur ein Stündchen von London entfernt am Meer liegt. In England war ich schon, in Brighton noch nicht. Deswegen meine Frage an euch: wer war schon mal dort und kann mir vielleicht Tipps und Anregungen geben? Habt ihr dort Lieblingsplätze oder Orte die ihr mir ans Herz legen wollt? Ich freu mich auch über praktische Hinweise, was soll ich  …

  • Sitzgelegenheit

    Istanbul ist ohne Zweifel eine große Stadt, das steht fest. Ich habe ohne Zweifel kei­nen besonders ausgeprägten Orientierungs­sinn, auch das steht (leider) fest. Und auch wenn ich dennoch immerzu meine ich könnte – ganz Ortskenner –  den ein oder an­deren Weg abkürzen, so musste ich während meiner ausgedehnten Stadtspa­ziergänge durch diese sehr (!) hügelige Stadt gleich mehrfach einsehen, dass ich, im besten Fall,  im Kreis umhergeirrt war. In geradezu ignoranter Verleugnung meiner Orientierungsschwäche laufe ich am  …

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