• „Wichtig is‘ auf’m Platz“

    Es gibt so Begegnungen die machen einfach gute Laune. Juvena zu treffen gehört auf jeden Fall dazu. Sie ist gerade auf dem Weg zum Training; Fußball spielt sie schon seit 9 Jahren, aber erst seit kurzem bei Vorwärts Spoho. Davor war sie beim FC Köln in der zweiten Mannschaft, aber irgendwie war ihr nach einem Wechsel. Auch wenn es unmodern sein mag; mit Fußball habe ich nicht viel am Hut. Ich versteh die Regeln nicht, mir tun immer die Verlierer leid, und selber spielen wär schon überhaupt nichts für mich. Des- halb hab ich großen Respekt  …

  • Siebgedruckt

    Weiter geht’s mit meiner kleinen le bloc Nachlese; und noch immer gilt: viel ge- redet hab ich nicht an diesem Tag, zumindest nicht unbedingt viel wieder- gabewürdiges. Aber getroffen habe ich so einige; auch Béla war schon hier im Blog zu sehen. Wenn wir auch beide einen Moment gebraucht haben um uns zu erkennen. Das geschah dafür dann aber gleichzeitig, nachdem wir uns gegenseitig erst ein bisschen schief gemustert haben. Wie damals schon erwähnt ist Béla Mit- begründer des Come-together Projektes, und die haben am Samstag bei le  …

  • Szenenwechsel

    Nach so viel Mode und Design am Wochenende bei le blog bin ich noch immer dabei die Bilderflut zu sichten, die dort entstanden ist. Und bevor ich davon auch hier ein paar veröffentliche, ist mir doch deutlich danach den Blick zu parallelen Realitäten schweifen zu lassen, und da sehe ich Herrn W.; auch Hans genannt. Der lebt nämlich ebenfalls im belgischen Viertel, und zwar schon ganz schön lange. Wenngleich er eigentlich Badenser ist, was man am Dialekt sofort erkennt, gehört sein Herz nach Köln, so sagt er. Vor über 30 Jahren ist er  …

  • Männermöbel

    Ali kommt mir auf seinem kleinen Roller entgegengesaust und verschwindet blitz- schnell im Supermarkt. Wer so schnell da hinein verschwindet, kommt auch genauso schnell wieder raus, denke ich mir. Und richtig; um ein Haar entkommet er mir sogar fast auf seinem Rückweg. Er freut sich, dass ich ihn fotografieren möchte und erzählt mir gut gelaunt, dass er früher mal gemodelt hat; Für Kenzo zum Beispiel, aber da war ich noch jung… und schlank.“ sagt er und lacht. Ali ist Innenarchitekt und soeben hat er ein Geschäft eröffnet;  …

  • Moonshine

    Jaqee kommt mir mit beschwingtem Schritt entgegen und weil sie sieht dass ich sie sehe sieht sie mich auch. Und wo wir uns nun schon so schön in die Augen sehen spreche ich sie natürlich an. Sie kommt aus Schweden, sagt sie; „also eigentlich aus Uganda, aber jetzt lebe ich in Schweden.“ In Köln ist sie nur kurz; sie ist Sängerin, und zum einen ist ihr Platten- label hier und zum anderen hatte sie gerade einen Live-Gig im Funkhaus Europa mit einem befreundeten Musikprojekt; den Koala Desperados. Und wie auf’s Stichwort  …

  • Double take

    Aus den Augenwinkeln und im vorbeifahren sehe ich diesen Herrn auf der Bank sitzen und seine Pfeife rauchen. Als sein Bild in meinem Kopf endlich richtig angekommen ist muss ich erst mal umkehren und ein Stück zurückfahren. Er kommt aus Baden, was man am Dialekt auch hören kann, und ist zu Besuch in Köln. Früher war er Richter und sein Gebiet war die Wirtschaft. Nun ist er 78 und genießt das Leben. Meinen Beruf und auch den Blog findet er sehr in- teressant: „Ich liebe Mode und meine Kleidung suche ich gut aus. Manchmal lasse ich mir  …

  • …o sol

    Kelly ist Brasilianerin, und lebt seit neun Jahren in Deutschland. Das trübe Wetter in den letzten Tagen ist ihr mächtig auf’s Gemüt geschlagen, und sie freut sich, dass die Sonne wieder hervorkommt. Menschen fotografiert sie selbst gerne; „Ich war im Senegal, und da habe ich ganz viele Bilder gemacht; Männer, Frauen, Kinder, Alte, Junge… alle. Das war toll.“ Kelly arbeitet mit Migranten; sie bietet präventive Ge- sundheitsberatung an und hat sich dabei auf Aids spezialisiert: „Ich erkläre wie man eine  …

  • Ladenlokal

    Anna gab’s hier schon mal zu sehen; damals hat sie mir erzählt dass sie sich mit ihrem eigenen Modelabel selbstständig machen will. Inzwischen ist sie in gutes Stück vorangekommen. Als ich sie diesmal treffe ist sie grade auf dem Weg sich ein Ladenlokal in Ehrenfeld anzugucken. „Ich hab auch schon ein anderes gesehen, und vergleiche nun, und rechne rum; aber das macht alles einen realistischen Eindruck.“ In ihrem Laden wird sie Vintage Kleidung verkaufen und parallel weiter an ihrem eigenen Design arbeiten. Sie strahlt  …

  • Contortionist

    Ja, man kann wirklich viel lernen beim bloggen; zum Beispiel den Unterschied zwischen einem Kontortionisten und einem Kontorsionisten. Bei beiden handelt es sich um Menschen die ihren Körper unge- wöhnlich verbiegen können; im Volksmund Schlangenmensch genannt. Der erste, der sich mit ‚t‘ schreibt, präsentiert seine Kunst indem er sich in ganz kleine Kisten stapelt oder durch sehr enge Gegenstände, z.B. einen Tennisschäger, quetscht. Im Gegensatz zum zweiten, der sich mit ’s‘ schreibt, und sich einfach kunstvoll und  …

  • Großfamilie

    Seinen Namen möchte dieser Herr mir lieber nicht verraten; und wenn ich nur ein bisschen besser informiert wäre bräuchte er das vermutlich auch gar nicht. 15 Jahre lang war er nämlich Mitglied des Bundes- tages; die Möglichkeit ihn zu kennen ist theoretisch also gegeben. Dass ich nicht weiß wer er ist scheint er allerdings ganz angenehm zu finden. Zudem ist das auch alles eine ganze Weile her; ursprünglich war er Land- und Forstwirt, bevor er in die Kommunalpolitik gegangen ist. Inzwischen ist er 80 Jahre alt, und wirklich wichtig im Leben  …

  • Sunbeam

    Keren rollt auf ihrem Board über die Kreuzung und ich entscheide spontan, dass ein bisschen zu spät zu kommen ja so schlimm auch nicht ist. Also spreche ich sie an, und sie erzählt mir, dass sie noch gar nicht so lange mit ihrem Brett durch die Gegend saust; dafür wirkt sie aber sehr geübt. Keren macht gerade ein Praktikum beim WDR; sie möchte gerne On-Air- Designerin werden. Für sie kommt es im Leben darauf an, für die Dinge die sie machen möchte, auch genügend Zeit zu haben; „Ich möchte mich nicht so gerne von anderen,  …

  • Gazelle

    Dieser junge Mann heisst Xander, kommt aus Südafrika und ist ein wahres Überraschungspaket. Er singt, tanzt, foto- grafiert und noch allerlei sonst. Wenn Xander auf der Bühne steht nennt er sich Gazelle, und ihm zuzuschauen macht ein- fach Spaß. Ich hatte gestern abend Gelegenheit ihn live zu erleben, aber z.B. seinen Song „Die verleure Seun“ gibts auch im Netz zu sehen. Arte Tracks hat kürzlich einen Beitrag über Gazelle gezeigt, der unter anderem verrät warum er im (selbst- kreierten) Leopardenkostüm auftritt. Der Pulli den  …

  • Sultan

    Was tut man wenn so viel zu tun ist, dass der Weg zum eigenen Herd beschwerlich scheint? Man geht unbeschwert dorthin wo ein anderer kocht. Im vorliegenden Fall also habe ich mich aufgemacht zum türkischen Pizzamann meines Vertrauens. Und dort steht Sultan hinterm Tresen. Wenn’s auch noch so voll ist; Sultan lacht, verblüfft mit blitzschnellen Handgriffen, und obwohl ich nur vergleichsweise selten zu Gast bin, kann ich doch berichten dass der Dönermeister immer glaubhaft gute Laune hat. Für mich ist er eine so zentrale Figur in dem  …

  • Feine Tuche

    Herr Pleuger ist Tuchkaufmann. In den 50er Jahren hat er in dieser Funktion Schneider im gesamten Ruhrgebiet mit feinen Tuchen und Anzugstoffen beliefert. 1960 hat er sich schließlich selbstständig gemacht und ein Atelier für exclusive Stoffe und Maßkonfektion eröffnet; zuerst in Bonn. Seit 1962 führt er sein Geschäft in Köln, und auch mit 76 ist er noch nicht be- reit in Rente zu gehen. In der Textil- branche tätig zu sein liegt in der Familie; feine Tuche liegen ihm am Herzen. Herr Pleuger trägt nur maßgeschneidertes; vom Hemd bis zum  …

  • Scream Tart

    Antje singt in einer Punkband; „Die Lautstärke beruhigt mich.“ sagt sie, und macht eigentlich gar nicht den Eindruck als wäre sie beunruhigt. Der Name der Band ist Scream Tarts, und wer Antje gerne mal in action sehen möchte; bitte hier; das Bild wurde bei einem Konzert im Sonic Ballroom aufgenommen. 12 Jahre lang hat Antje bei der Formel eins gearbeitet; in der Orga- nisation. Dann hat der Autohersteller für den sie tätig war der Rennstrecke den Rücken gekehrt.Für Antje zählt das „Jetzt“ im Leben: „Das Leben  …

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