• Tea with cinnamon

    Linda ist 18 und geht noch zur Schule. Sie hat vage Pläne für die Zukunft, die konkret mit anderen Ländern und anderen Spra­chen zu tun haben: „Auf jeden Fall möchte ich erst mal für eine Weile ins Ausland.“ Ich frage Lena was sie umtreibt, was sie fasziniert und beschäftigt: „Theater“ ist die Antwort, und dafür muss sie nicht lange überlegen. Mit ihren Freundinnen hat sie eine Theatergruppe gegründet, die aus­schließlich aus jungen Frauen besteht. Es gibt einen männlichen Regieassistenten, und ganz manchmal auch  …

  • Ver- oder Kleidung?

    Wenn man gemächlich mit dem Fahrrad durch Köln fährt ist man genauso schnell wie die U-Bahn. Das weiß ich, weil mir Svenja das erste Mal auffällt als sie ziel­strebig die Stufen zur Verkehrs-Unterwelt hinabeilt. Das nächste Mal, wenige Minuten und 4 U-Bahnstationen später, sehe ich sie, als sie gerade wieder die Oberwelt er­reicht. Prima, denke ich, nun kann ich sie doch noch fragen, ob sie wohl ver- oder aber gekleidet ist. Wen diese Frage wundert, dem sei an dieser Stelle der heutige Sessionsbeginn des Kölner Kar­nevals in Erinnerung  …

  • Mirrormen

    Na, auch irritiert vom ersten Bild? Ganz sicher hätte ich Andrew (rechts) und Byron nicht angesprochen, wenn sie schon als Mirrormen unterwegs gewesen wären. Als mir Byron mit rotem Haar und eng­lischer Sprache auffällt stehen die beiden aber noch etwas unschlüssig in einer Ecke hinter dem Dom, wo sie soeben das  städtische Ordnungsamtspersonal vor Ort kennenlernen durften. Um sich für ihre Performance umzuziehen suchen sie sich also zunächst ein anderes Plätzchen, und ich begleite sie dabei.Andrew und Byron kennen sich aus Seattle  …

  • Die Männer, erste Runde

    Heute, ja heute soll es endlich passieren: den Jungs folgen die Männer. Und zwar die rothaarigen, die ich vor nun schon zwei Monaten in Breda beim diesjährigen Red-head-day getroffen habe. Ja ja, top­aktuelle Berichterstattung geht anders, weiß ich auch… Peter aus England ist das erste Mal in Breda. Seit seinem 18. Lebensjahr hat er seine Haare nicht mehr abgeschnitten, und das ist nun schon über 20 Jahre her. Inmitten all der rothaarigen fühlt er sich wohl, und als ich ihm prophezeie, dass er sicher sehr häufig fotografiert werden  …

  • Kaffee hoch

    Zu meiner täglichen email-Routine gehören Anschreiben, die, so unterschiedlich die Produkte auch sein mögen, die den/die Schreiber veranlasst haben sich zum Zwecke der Gewinnmaximierung an mich und vermutlich Hundert andere Blogger­­innen zu wenden, gewisse äußerliche und inhaltliche Gemeinsam­­keiten aufweisen:Unterschiedliche Schrifttypen und -größen lassen schnell erkennen, dass vorgefertigte Texte hastig individuell anzupassen ver­sucht wurden. Dabei  entstandene Flüch­tigkeitsfehler, wie z. B. das Nicht-löschen von  …

  • Hofballett

    Auf Berenikes Visitenkarte stehen drei Adressen: eine befindet sich in einem kleinen Ort in Oberösterreich, eine in Paris und seit kurzem hat sie auch eine Adresse in Köln. Berenike hat  Theaterwissenschaft studiert, zuerst in Wien, dann in Paris, wo sie die letzten 10 Jahre gelebt hat. Darüberhinaus hat sie eine Schauspiel­ausbildung an einer Privatschule absol­viert, und so kommt es, dass sie auch als Schauspielerin arbeitet: „Das mach ich aber hauptsächlich in Paris, da bin ich in einem kleinen Ensemble.“ Ich frage, ob  …

  • Immer jetzt

    Für ihren Beruf ist Frau Luig viel unter­wegs, und dabei tifft sie auf Menschen die nicht unbedingt viel, dafür aber lange unterwegs sind, bzw. waren. In der Regel kommen diese Menschen nämlich aus Japan, wie Frau Luig selbst übrigens auch. Sie allerdings lebt seit 44 Jahren in Deutschland; die Menschen die sie trifft hingegen haben ungleich weniger Zeit sich unserer Kultur zu nähern. Im gesamten Rheinland, ab und zu auch in Frankfurt, führt Frau Luig Stadtführungen durch. Auf meine begeisterte Reaktion erwidert sie: „Ja, geht so. Es  …

  • 1000 Teile

    Vor genau 2 Wochen bin ich an einem der letzten warmen Tage dieses Sommers Gitta begegnet. Recht zügig hatte sie, von rechts nach links und rollenderweise, meinen Weg gekreuzt. Mehrere Dinge sind mir gleich­zeitig durch den Kopf geschossen; z. B. ob sie etwas besonderes vor hat in ihrem braunen Kleid. Ob sie wohl einwilligen wird, dass ich sie fotografiere? Ob ich ihr mit diesem Ansinnen nicht gar zu nahe trete, weil sie im Rollstuhl sitzt. Und ob ihr über die Rückenlehne gehängter Rucksack nicht womöglich Taschendiebe anlockt. Ach, und  …

  • Blond vénitien

    Vincent ist Franzose und lebt in Paris. Er ist einer der Männer, die ich beim Rot­haarigen-Tag in Breda fotografiert habe. Auch wenn er selbst sich bisher nicht unbedingt als 100prozentigen Rothaarigen bezeichnet hat, sondern den Begriff ‚blond vénetien‘ verwendet. Was aber ist denn eigentlich so richtig rothaarig, fragen wir uns gegenseitig. „Ich denke die Rot­haarigen sind eine große Familie mit allen möglichen unterschiedlichen Rottönen. Das ist das Schöne am großen Gruppenbild, zu dem der Initiator des Tages immer  …

  • Von Grillen und Ameisen

    Sally aka Foto-Sally Was ich so mit meiner Kamera mache, wenn ich nicht gerade fremde Menschen auf der Strasse anspreche? Nun, ich nehme mir ein Beispiel.Und zwar an der Ameise, die klug daran tut die Vorratskammern für den nahenden Win­ter zu füllen. Denn auch wenn mir dieser Blog das Herz erwärmt, den Magen füllt er leider nicht. Also mach ich’s wie die anderen Freiberufler; ich hangele mich so von Autrag zu Auftrag. Das klappt mal besser und mal schlechter, aber damit will ich, insbesondere an einem Sonntag, kei­nen langweilen.  …

  • Zeitung lesen, auswärts

    In den vergangenen Monaten habe ich hie und da immer mal wieder lesende Menschen fotografiert. Dieser junge Mann beispielsweise liest seine Zeitung in einem Café in Frankfurt. Und in diesem harm­losen Satz verbergen sich auch schon die beiden zentralen Punkte des heutigen Beitrags, der mit einer Frage enden wird.Nach einer Weile des „so-vor-mich-hin­sammelns“ von Bildern, die Zeugnis geben über öffentlich anzutreffende Freunde des gedruckten Wortes, ist mir nämlich eines aufgefallen: alle Fotos dieser Reihe zeigen  …

  • Jugendhilfe

    Safiya hat einen Plan, und den ist sie im Begriff umzusetzen. Sie möchte Jugend­lichen helfen, deren Eltern nicht für sie da sind. Jugendliche die vielleicht schon auf der Straße leben, oder zuhause einfach kei­nen Halt mehr finden, ihn möglich­erweise dort auch nie gefunden haben. Damit fängt Safiya in ihrer unmittelbaren Umgebung an; in Troisdorf und Bonn, denn dort lebt sie. Sie spricht die Jugendlichen an, sie hört zu und sie versucht zu helfen wo es ihr möglich ist. Um in Zukunft besser organisiert zu sein, bereitet sie momentan die  …

  • …zu Schaden fahren

    Mitsuho wartet auf ihre Freundin. Gemein­sam sind sie aus Berlin nach Köln gereist, hauptsächlich um hier die Buchhandlung Schaden zu besuchen. Natürlich haben sie sich auch noch ein bisschen in der Stadt um­gesehen, aber Sinn der Reise war ganz klar, ausgiebig und in aller Ruhe bei Schaden Fotobände anzusehen, um schließ­lich auch welche zu kaufen. Das hat Mitsuho dreifach getan, ihrem Blick ist jedoch unschwer zu entnehmen, dass, der umfangreichen Fülle wegen, die Wahl ihrer persönlichen Neuerwerbungen eine lang­wierige Pein gewesen sein  …

  • Simplicity

    „Simplicity“ das ist Italo’s Antwort auf meine Frage was ihm im Leben wichtig ist. „Ich war nie in Asien, aber die östliche Philosophie hat einen starken Einfluss auf mein Leben. Ich lese recht viel, und mein Hauptinteresse gilt dem Verstand, dem Bewußtsein, Spiritualität und diesen Dingen. Das beeinflusst also meine Antwort auf deine Frage. Es gibt ein Zitat dass die Hare Krishnas’s oft anwenden, und das ich sehr mag: ‚Einfaches Leben, erhabener Geist‘. Nicht wörtlich, aber so ähnlich.Meiner  …

  • Die Jungs

    Am vergangenen Wochenende hat im nie­derändischen Breda der diesjährige Rood­haarigendag stattgefunden. Bereits zum 6. Mal hat Künstler Bart Rouwenhorst mit einem hoch engagierten Team Rothaarigen aus aller Welt den gleichfarbigen Teppich ausgerollt und zum sehr entspannten Stell­dichein geladen. Wie es Mink, der in Holland lebt und „beinah 12 Jahre alt“ ist, gefallen hat, bedarf keiner weiteren Er­läuterung, denke ich. Mein ganz persönlicher fotografischer Fokus lag an diesem Wochenende auf den rothaarigen Jungs und Männern,  …

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