Neu kalibrieren

Jakub und ich kennen uns aus dem Inter­net. Vielmehr kennen wir das jeweilige Projekt des anderen. Jakub kennt also meinen Blog, und ich seine Ausstellungs­veranstaltung. Als ich ihn anpreche habe ich allerdings von all dem noch keine Ahnung.
Hug me heimlich, so heisst die fortlau­fende Ausstellungsreihe, die Jakub, ge­meinsam mit 2 weiteren Organisatoren, ins Leben gerufen hat. “Die Idee dazu ist eher zufällig und ein bisschen aus einer Bierlaune heraus entstanden. Wir waren in Berlin bei einer Ausstellung in der Kindl-Brauerei und das hat uns so beeindruckt, dass wir dachten, wir könnten doch auch so etwas starten.”  Inzwischen hat  Hug me heimlich schon vier mal Künstlern die Gelegenheit gegeben ihre Arbeiten in einer großen Gruppenausstellung zu präsen­tieren. Natürlich frage ich Jakub, wann Hug me heimlich das nächste Mal statt­finden wird: “Momentan sind wir dabei die ganze Veranstaltung neu zu kalibrieren.” Diese feinsinnige Wortwahl garniert er mit einem hintersinnigen Blick, und so bringt er mich zum Lachen. Überhaupt wählt Jakub seine Worte wohl, und es ist mir eine Freude ihm zuzuhören. Nach abge­brochenem Studium hat er beispielsweise eine Weile ‘vor sich hin prokrastiniert’, bis er schließlich in Lohn und Brot gekommen ist. Jetzt arbeitet er, und zwar sehr gerne, bei einem Kölner Buchverlag. “Nun hab ich beides; einen Job und die Kunst.”
Jakubs Fledermausmantelcape ist übrigens ursprünglich Damenkonfektion. Und auch ein Lodencape nennt er sein Eigen: “Das hat mir meine Freundin geschenkt, die wußte, dass sich so gerne eins hätte. Im Freundeskreis hat es mir den Namen “Waldmeister” eingebracht.”
Jakub and I know each other from the internet. Respectively we know each others projects. So Jakub knows my blog and I know his exhibition-event. When I approach him, indeed, I haven’t got a clue about this.
Hug me heimlich, thats the title of the exhibitions series, which Jakub, together with two friends brought into being. “The idea crossed our minds more or less by coincidence, when we were in an exuberant mood, visiting an art exhibition in an old brewery in Berlin. We were so impressed, that we considered whether we should organize something familiar in Cologne.” In the meanwhile Hug me heimlich took place for four times, and gave to a variety of different artists the opportunity to show their work in a big group exhibition. Of course I ask when the next Hug me heimlich will come up. “Currently we are about to re-calibrate the whole thing.” These sophisticatedly chosen words Jakub refines with a subtle smile, and so he makes me laugh. Anyway he chooses his words carefully, and it’s a pleasure to listen to him. After he broke off his study, for example, he ‘procrastinated away’, until he finally started working at a cologne book-publishing house. He likes his work: “And now I have both: I earn my money and I can persist with arts.”
Jakub’s batwing-sleeve coat by the way formerly used to be womens-wear. And he also owns a loden-cape: “I received it from my girlfriend as a gift. She knew, that I wished for having my own one.” His friends call him “woodruff” when he wears it.
18.04.2011

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