• Zu Besuch bei Kemal

    Es war gar nicht so leicht Kemal in Cucur­cuma wiederzufinden: den kleinen Antik­laden vor dem ich ihn bei meinem letzten Istanbul-Besuch getroffen habe gibt es nicht mehr. Menschen die ich nach ihm gefragt habe meinten gar: „Shop is closed, he’s dead.“ Aber eine kleine Telefonkette der Hilfsbereitschaft hat mir einen spät­abendlichen Anruf beschert: „I think we found him.“ Jedenfalls wurde ich für den folgenden Tag zum Tee bei Kemal  eingela­den und bis zum Öffnen der Tür war ich ge­spannt ob es  …

  • Bosporus

    Konzentriertes Wunschdenken, glückliche Umstände, ein Quentchen Hartnäckigkeit und eine Idee die all diesem den Boden bereitet, das ist die Mixtur die mir einen neuerlichen Aufenthalt im wunderschönen Istanbul ermöglicht. Und wenn ich eben noch über Tee trinken auf dem Bosporus geschrieben habe, gestern habe ich es getan. Kaum in Istanbul angekommen, wusste ich vor lauter Glück gar nicht, wo ich zuerst hinspringen soll. Am liebsten wäre ich gern überall sofort einmal hingerannt, wie ein Kind auf dem Spielplatz. Dafür ist Istanbul aber  …

  • Cäthe!

    Es ist so eine Sache mit den Menschen die einen berühren und erreichen; so ganz ge­nau kann man nicht erklären, was passiert. Genau spüren kann man es hingegen schon.Wenn Cäthe singt, am besten live, dann trifft es mich jedesmal wie unvorbereitet, und ich stelle fest, dass sie offenbar eine Abkürzung kennt: zu der Tür in mir, hinter der sich die Welt in all ihrer zerissenen Vielfalt zeigt und wo ich dennoch nicht da­rin verloren gehe. Cäthe singt mit sanfter Wucht und warmer Wut, ihre Stimme schreit und flüstert und betört. Cäthes Stimme  …

  • Dianes Welt

    Vor über 2 Jahren, als mein Blog noch ganz jung war, habe ich Diane aus Frankreich auf der Ökorausch angesprochen und foto­grafiert. Bei einem Essen mit vielen Men­schen an einer langen Tafel bin ich ich ihr neulich wieder begegnet und erneut ihrem leichtfüßigen Charme erlegen.Vor 2 Monaten hat Diane ihr eigenes Geschäft eröffnet, das dem Geist eines Concept-Stores folgend Waren unterschied­licher Art anbietet, die, ausgesucht mit den Augen einer Frau, ein überwiegend weibliches Publikum ansprechen sollen.  Wählt man als Kundin aus  …

  • Das Land in dem man lebt

    Als Florian 14 Jahre alt war lief im Fern­sehen eine Serie in der sich 15 Menschen 16 Folgen lang auf das Leben in einem Gutshaus um 1900 eingelassen haben. Und genau dieses Leben, dieser historische Zeit­raum  hat Florian damals so fasziniert, dass es ihn bis heute nicht mehr los­gelassen hat. „In gewisser Weise,“ sagt Florian, „lebe ich in der Vergangenheit.“ Das ist keineswegs immer leicht. Denn zum einen ist er, anders als beispielsweise Retrofans der 50er Jahre, mit seinem Lebensentwurf allein auf weiter Flur.  …

  • Alex

    So richtig schön finden ihn offenbar die wenigsten: den Alexanderplatz.  Die einen bemängeln die alten, die anderen die neuen, zur Sünde gekürten architekto­nischen Bauwerke.Mich hat er gestern gerufen, der Alex. Aus keinem bestimmten Grund und ohne irgend­eine Absicht, außer der, mich zu zerstreuen, bin ich ihn besuchen gegangen. Nicht dass er oder jemand sonst  davon Notiz genommen hätte. Aber wie ich so über ihn hinweglief, über den Platz, da kam mir folgender Satz in den Sinn: „Es ist ja wirklich beruhigend hässlich  …

  • Südafrika

    Ralf, das kann man sagen, ist schon tüchtig um die Welt gekommen: Nepal, Kambod­scha, Burma, China, Thailand, Australien, Neuseeland, Venezuela, Nordamerika, Eu­ropa sowieso, so lautet die unvollstän­dige Liste. „Am schönsten, also am schönsten war Nepal.“ sagt Ralf, und was die bloßen Buchstaben hier nicht zu transportieren vermögen ist die Intensität und Über­zeugung mit der er das sagt.Und trotzdem gibt es ein Land auf dieser Welt, dass ihn persönlich noch viel mehr ins Herz getroffen hat: Südafrika. Auf seinen Reisen hat  …

  • ‚Schtambul

    Ausgeprägte Reiselust zum einen und die inzwischen mehrere Wochen andauernde Arbeit an der Zusammenstellung meines Portfolios haben mich in die unendlichen Weiten meiner Istanbul Bilder geführt. Und auch wenn ich schon einige Geschichten meiner Reise in diese unglaublich schöne Stadt hier erzählt habe; es sind noch so-so viele  Bilder übrig. ‚Schtambul, so spricht der Türke es aus, mit Betonung auf dem ersten Wortteil. Ob ich in wenigen Worten auf den Punkt bringen kann, was ich an Istanbul so mag, wurde ich kürzlich von  …

  • Angst und Mut

    Asmaa Mahfouz ist eine außergewöhnlich mu­tige Frau: am 18. Januar 2011 hat sie auf ihrer Facebookseite ein Video ge­postet, mit dem sie entscheidend dazu beigtragen hat, dass sich 15.000 Menschen auf dem Tahrir-Platz in Ägypten ver­sammelt und gegen das Mubarak Regime demonstriert haben.In diesem Video rief sie die Ägypter dazu auf für Demokratie und Freiheit zu kämpfen und sich gemeinsam gegen das repressive Regime zu wenden: „Wir werden am 25.Januar um 14 Uhr zum Tahrir-Platz gehen. (…) Wir werden dahin gehen und unsere  …

  • Die Welt entdecken!

    „Ein Haus bauen, eine Familie gründen, einen Baum pflanzen – wer immer diese dreibeinige Definition des Lebens festge­legt hat, er hat einen wesentlichen Punkt vergessen: Die Welt entdecken!“ So steht es im Willkommenstext auf Christophs Seite, der sich mit der Entscheidung als Reisejournalist zu arbeiten die allerbesten Voraussetzungen geschaffen hat für diese vierte Option der Dinge, die man im Leben (je nach persönlicher Neigung) angeblich unbedingt gemacht haben sollte. Neben der professionellen Reisebeschrei­bung,  …

  • Drei Generationen

    Zum dritten mal habe ich ein Saison-Lookbook für die Kölner Mode-Designerin Gesine Moritz fotografiert; auch ihr ist hier ein Beitrag gewidmet; der einzige Audio­Post bislang. Und zum zweiten Mal haben wir daraus ein Drei Generationen-Shooting gemacht. Selbiges ist schon eine Weile her, aber weil ich erstens gerade viele andere Shootings habe (Hurraaaa!) und zweitens Gesine Moritz morgen einfach mal den  Frühling einläutet, nutze ich den Moment um die Bilder nun endlich zu zeigen. (Nochmal Hurra!) Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie  …

  • Miggy likes the internet

    Seit fünf Monaten lebt Miggy in Berlin; sie arbeitet als Social Media Consultant, ist freie Mode-Journalistin und seit 2009 schreibt sie ihren Blog Miggy likes the Internet.Eigentlich kommt Miggy aus London, aber sie bewegt sich gerne durch die Welt und in Berlin fühlt sie sich sehr wohl. Es ist ihr leicht gefallen, sich einzuleben: „Die Ber­liner, die ich bisher kennengelernt habe sind sehr freundliche Menschen, sehr un­prätentiös und sehr ehrlich.“ Auf meine Fra­ge was ihr wichtig ist im Leben ant­wortet sie: „Immer  …

  • Von Welt zu Welt

    Jessica liebt und lebt die Mode der 50iger Jahre. Und wie es eine wirkliche Passion so mit sich bringt kennt sie sich auch richtig gut aus damit. Das merkt man spätestens nach einem Blick auf ihren Blog Classy Style, den sie als JessiJane schreibt und der sich nicht mit verspielten Klischees und Oberflächlichkeiten aufhält, sondern reich­lich Informationen und Einblick in den Stil, die Mode und das Lebensgefühl einer Zeit gewährt, die eigentlich so lange gar nicht her ist, und dennoch aus einer anderen Welt zu sein scheint.JessiJane  …

  • Wenn die Bürger schlafen gehen, in der Zipfelmütze…

    …so beginnt ein alter deutscher Schlager: Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da, die Nacht ist da das was gescheh‘!Im Karneval wird so mancher Zeile dieses Liedes gründlich die Ehre erwiesen: nicht nur dem „Schlendrian, Schlendrian, unter den Laternen“ begegnet man allerorten, nein auch die Empfehlung:“Berauscht Euch, Freunde, trinkt und liebt und lacht und lebt den schönsten Augen­blick!“ findet hinlänglich Gehör und Nachahmung.Im günstigsten Falle findet sich wer dies befolgt schließlich in einem  …

  • „Ahl Säu“

    „Ahl Säu“ nennen sich diese kunstvoll kostümierten Damen und Herren, die nicht nur prächtig aussehen sondern auch mit­reissend, ja rauschhaft zu trommeln ver­stehen; jeder behäbige Spielmannszug (und davon trifft man so einige in Köln) treibt einem hernach unweigerlich die Tränen in die traurigen Ohren. Weiter gehts, bitte hier entlang… „Ahl Säu“ is how these fantabulously dressed up group is calling themeselves; as marvellous as their masquerade appears they infectiously are playing the drums; after  …

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