Mentor

Zwischen dem ersten und dem zweiten Studium von Herrn Müller liegt ein langes, intensives Berufsleben. Als er mit 66 Jahren pensioniert wurde (“…ich hätte ja lieber noch weiter gearbeitet, aber das ging nicht.”) hat er einfach noch mal 9 Semester studiert. Und zwar das gleiche wie beim ersten Mal: Chemie. “Es hat sich ja so vieles geändert.” Allerdings bleibt auch einiges beim Alten, wie Herr Müller betont: “Wenn man von der Uni kommt, dann hat man zwar einen Abschluß oder ein Diplom. Aber können…kann man eigentlich nichts.” Deswegen ist es, seiner Meinung nach, auch so wichtig, dass man eine Arbeit findet die einen Erfahrungen sammeln lässt, und am besten auch einen Mentor: “Sie brauchen jemanden, der sie mitzieht. Jemand der ihnen hilft, der sie unterstützt. Und der ihnen auch mal vor die Knochen tritt und sagt: ‘Na, Müller, das war aber ‘ne schwache Leistung…’ Es ist wichtig, dass man in eine Gemeinschaft fällt, in der es einen Gründungsgedanken gibt, wo Entwicklung stattfinden soll.”
Inzwischen studiert Herr Müller nicht mehr. Er war lange krank, und nun erholt er sich. Aber er denkt gerne an die Zeit zurück, in der er auch selbst noch Referate gehalten hat, und mittags mit seinen viel jüngeren Mitstudenten in die Mensa gegangen ist.

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