Nachgelaufen

Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass ich sehr schnell gehen kann. Schailan ein­zuholen fällt mir dennoch schwer, und so haste ich einer jungen Frau hinterher, deren Gesicht ich bislang noch nicht mal, wenigstens kurz, gesehen habe. Als ich sie anspreche, und sie sich schließlich zu mir umdreht bin ich erleichtert; ich blicke in le­bendige Augen. Schailan, und das schreibt man wirklich so, lebt seit kurzem in Köln. Davor hat sie in Wien Orientalistik stu­diert. Das liegt zum Teil an ihren Wurzeln; sie selbst ist in Deutschland geboren, ihre Familie stammt aus dem Iran. Wohin ge­nau die Reise hres Lebens führt weiß sie noch nicht. Aber in einem ist sie sicher: „Man muss seine eigenen Wünsche erfüllen. Anderen gefallen oder genügen zu wollen, das bringt nichts. Zur Not muss man sich sogar gegen die Erwartungen von anderen entscheiden.“ .
I don’t overstate when I call myself a fast-walker. To catch up with Shailan nevertheless isn’t easy for me, and so I run after a young women, whose face I haven’t seen yet, not even for a second. When I fainally approach her and she  turns around to me I’m quite relieved: I look into vibrant eyes. Schailan, and that really is the right way to spell it, just moved to Cologne. Before she was studying Oriental studies in Vienna. That partially was motivated by her family origin; she herself was born in Germany, but her family is from Iran. She doesn’t yet excactly know what to do with her life; but she’s sure about thing: „One has to fulfill his own desires. To please or to comfort others can’t be the point. In case of doubt you even have to make your decisisons against the expectations of others.“

02.02.2011

14 Comments

  • Was für ein toller Name!

  • Anette sagt:

    ""Man muss seine eigenen Wünsche erfüllen. Anderen gefallen oder genügen zu wollen, das bringt nichts. Zur Not muss man sich sogar gegen die Erwartungen von anderen entscheiden.""

    Das ist der Schlüssel zum Glück 🙂

  • rebhuhn sagt:

    'lebendige augen' ist auch eine schöne umschreibung von dem kohärenz-dings, das wir vor monaten mal hatten, find' ich – ne? 🙂

  • smilla sagt:

    rebhuhn; stimmt, wo du's jetzt sagst.. 🙂

    Ninia; ja, nicht? (ich war ja sicher dass man es Ceylan schreibt)

    Anette, und erst mal muss man noch auseinanderdröseln, welches die eigenen Erwartungen und die der anderen sind…ist ja oft auch gar nicht leicht auseinanderzuhalten

  • Rynet sagt:

    Ich stimme Anette zu.
    "Zur Not muss man sich sogar gegen die Erwartungen von anderen entscheiden." wie wahr – Aber es ist manchmal schwer diese Erkenntnis umzusetzen!

    Wieder ein super Bericht! Weiter so!

  • *emma* sagt:

    Sie hat eine richtige Einstellung! Finde ich toll.
    Sie sieht ganz sympathisch aus. Ihre Augen sehen lebendig aus, obwohl ich etwas Melancholie drin sehe?!
    Ihr Rock oder Kleid sieht sehr schön aus.

  • Pyrgus sagt:

    So jung und schon so weise….

  • smilla sagt:

    Rynet, danke 🙂

    anonym, na, das ist ja ein ding!
    danke! 🙂

  • Anonym sagt:

    Hi Smilla,
    du hast einen tollen Blog. Ich lese den oft mal zwischendurch, um meine Gedanken in neue Richtungen zu bringen. Deine Beschreibungen sind immer empathisch und immer wieder überraschend. Gefällt mir sehr gut. Vielen Dank dafür.

    Ob Shailan shailan ist, kann man wohl nicht eindeutig beantworten. Leider fehlt ja der Hintergrund im stern-view, den uns Smilla immer wieder so engagiert liefert.

    Gruß
    Peter

  • Isidora sagt:

    Liebe Smilla,

    ich finde diese Frau ganz wunderbar mit einer sehr gesunden Einstellung zum Leben. Es gibt halt Kämpfe die es sich lohnt zu kämpfen, aber die meisten sind es nicht wert. Das Problem an der Sache ist meistens nur die eigene Familie, der Generationenkonflikt droht wirklich zu eskalieren, wenn man straight diese Schiene entlang fährt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man ganz persönlich und im Freundeskreis genau so leben kann, aber was die Familie betrifft ist es entspannter mal Fünfe gerade sein zu lassen und manchen Erwartungen statt zu geben. Wie gesagt manche Kämpfe lohnen sich einfach nicht.

    Abgesehen davon ist es nie zu spät man selbst zu sein oder sich zu trauen das zu machen, was einem Spaß und Freude bereitet.

    Liebe Grüße,
    Isi

  • smilla sagt:

    Isidora; manche Kämpfe lohnen sich wirklich nicht, das ist wohl wahr. Trotzdem sind sie oftmals wichtig, für einen selbst. Ganz anschaulich zum Beispiel in der Pubertät. Da gehts ja drum sich zu orientieren, sich zu behaupten und letztlich ist das ja wichtiger als so mancher Inhalt der da verhandelt wird 🙂
    Und auch sonst im Leben gibts ja Anlässe, in denen es für die einzelnen Personen vielleicht genau richtig ist auch einen aussichtslosen Kampf zu führen.
    Allerdings ist die Gelassenheit die man an sich selbst feststellt, (hin und wieder, haha) ja was ganz feines 🙂

  • prjanik sagt:

    Das Leben und Lebendigkeit pur!!!
    Danke für die Einblicke in DAS Leben, liebe Smilla 🙂

    LG, die prjanik

  • Mim sagt:

    So much spirit!

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